Der Empörismus des DFB und seiner verfehlten Integrationswerbung treibt weiter Blüten. Nach Hansi Flicks "Stahlhelm"-Affäre wird der verbale Gürtel noch enger gezogen. Denn schließlich hatte Oliver Bierhoff "Kamingespräch" gesagt. Die Fußballer können nicht locker aufspielen, weil sie schon während des Spiels das Interview durchdenken müssen, um den Gastgeber nicht mit historischen Unsensibilitäten zu brüskieren. In der Welt schreibt Beck in einer witzigen Kolumne:
Maßlos erleichtert blicken wir zurück auf dieses erste EM-Wochenende, denn es war sportlich korrekt und politisch korrekt. Kein Fauxpas, nix, die Null ist gestanden, und zur Pressekonferenz am Sonntag in Danzig ist Joachim Löw nicht mit einem Kübelwagen aus alten Wehrmachtsbeständen vorgefahren – im Übrigen hat er auch die Frage, wie er seine zu den deutschen Tugenden zurückgekehrten früheren Ballzauberer charakterisieren würde, nicht mit dem Kalauer beantwortet: "Flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl."
Wo Hansi Flick war? Im Hotel. Vermutlich Hausarrest. Sicherheitsverwahrung, in Kombination mit zwei Nachhilfestunden in Rhetorik, die der DFB neuerdings anbietet, damit sich keiner um Kopf und Kragen quasselt. 300-mal hat der Co-Trainer angeblich schreiben müssen: "Ich sage nur noch Floskeln."
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Nein, sie waren einfach nur schlecht gebrieft – wie DFB-Präsident Hermann Neuberger einst bei der WM 1978, als er dem ins Land der argentinischen Militärjunta ausgewanderten Fliegeroberst Rudel unter dem Kopfschütteln aller Nazigegner die Tür im deutschen Mannschaftsquartier in Ascochinga auftat.
Heute wäre das undenkbar: Neuberger würde sich ins eigene DFB-Schulungsprogramm aufnehmen und schon tags darauf den Rudel ausladen – mit Floskeln, ohne ins Detail zu gehen und sich die Finger oder das Maul zu verbrennen.
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Man muss als Fußballer gut gebrieft werden heutzutage, sonst hat man sofort die Kurve oder die politisch Korrekten am Hals – und die DFB-Schulung rät jetzt einfach dazu, auf Weisheiten von philosophischer Trageweite zu verzichten und im Zweifelsfall die Klappe zu halten.
Dieser EM-Start war jedenfalls so perfekt korrekt, dass Katrin Müller-Hohenstein noch vor zwei Jahren begeistert gejubelt hätte: "Das geht einem runter wie ein innerer Reichsparteitag". In Teufels Küche hat sie sich damals noch geplappert im Rahmen des unüberlegten Redeschwalls.
Doch die Verhaltenspädagogen verkennen, dass gerade verbotene Trauben süß sind. Oder wie Harald Schmidt in Youtube, eingeben: "Der hat Neger gesagt..."
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