Das einfache Weltbild der PC gefährdet die moderne liberale Gesellschaftsordnung. Denn es werden nicht nur Diskurse bewusst verengt und empirische Realitäten verfälscht oder verdrängt, sondern es werden die Grundlagen des modernen Gesellschaftsvertrags (Kersting 2005), des Kontraktualismus, in Frage gestellt. „Opferstatus“-bedingte Sonderrechte führen zu einer nicht-egalitären Rechtsprechung, zu „kulturbedingten“ Sonderrechten, die die rechtsstaatliche Nachvollziehbarkeit von Verwaltungsakten konterkarieren. Minderheiten diktieren per intransparentem „moralischem Dekret“ was richtig und falsch, gut und böse, human und inhuman ist.
Empörungsinszenierungen hindern eine komplexe Gesellschaft am offenen Diskurs über schwierige Sachverhalte. Die PC erlaubt Empörungskampagnen, die maximale ethische Vorstellungen einfordern, ohne den pragmatischen Realitäten der Situation gerecht zu werden. Gesinnungsethiker können im Schatten der Anonymität ihre Ziele durch Strategien moralischer Erpressung und der Penetrierung staatlicher und gesellschaftlicher Institutionen durchsetzen. Dabei bleibt das Gefühl des Gutseins, das in konkreten Situationen gar nicht eingelöst werden muss. Ein abstraktes Like zu Menschenrechten beruhigt das rechtfertigungsgezwungene Individuum. Aber das Abstrakte reicht nicht.
Menschen wie Sarazzin werden dämonisiert. Damit tut man zunächst psychologisch, was Nazis physisch getan haben - die Entmenschlichung des Gegners. Traurig, aber der Mensch hat Angst vor Differenzierung und läuft Problemen lieber davon als ihnen ins Auge zu schauen.
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- 2012-05-29 @ 14:49:24
Immer wieder werden hier Scheinprobleme von und für Besserverdiener aufgebauscht, bis sich die Bögen biegen. Fragen Sie mal normaldenkende Menschen aus der Mittelschicht bzw. darunter, ob sie unter politischer Korrektheit, Negerpuppen oder Islam leiden. Sie werden ausgelacht werden. Währenddesen zurück ins reale Leben, der neue Bericht der UNICEF zum thema Kinderarmut in Deutschland:
In Deutschland wachsen dem Bericht zufolge etwa 1,2 Millionen Mädchen und Jungen in relativer Armut auf. "Es ist enttäuschend, dass Deutschland es nicht schafft, die materiellen Lebensbedingungen für Kinder entscheidend zu verbessern", sagte der Geschäftsführer von Unicef-Deutschland, Christian Schneider.
Die wichtigsten Ergebnisse des Unicef-Berichts im Überblick:
6,7 Prozent der deutschen Kinder fehlt es an Freizeitaktivitäten
4,9 Prozent müssen auf eine tägliche warme Mahlzeit verzichten, das ist nahezu 1 von 20 Kindern
4,4 Prozent haben keinen Platz, an dem sie ihre Hausaufgaben machen können
3,7 Prozent besitzen höchstens ein Paar Schuhe
3,1 Prozent der unter 16-Jährigen erhalten nie neue Kleidung, sondern zum Beispiel getragene von älteren Geschwistern
3 Prozent leben in einem Haushalt ohne Internetanschluss
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- 2012-05-29 @ 18:14:43
"„Opferstatus“-bedingte Sonderrechte führen zu einer nicht-egalitären Rechtsprechung, zu „kulturbedingten“ Sonderrechten"
Auch wenn der Empörismus von rechts sich bequem in senem eigenen Gequengel kommod gemacht hat, würde man ja gerne konkrete Belege für die 100 mal hier verbreitete These hören.
"Menschen wie Sarazzin werden dämonisiert. Damit tut man zunächst psychologisch, was Nazis physisch getan haben"
Die Nazikeule blinkt also auch wieder auf...der Witz: ich habe das Gefühl, immer wenn der Nazi als Vergleich bei Menschen herhalten muss, deren Weltbild sich selber nicht an Grundgesetz und Menschenrecht hält, glaubt mam, sich damit jeglichen eignen Gedankens enthalten zu können. Dass dabei die Tassen im Schrank deutlich weniger werden, kümmert die Selbstdenunzianten nicht. Sarazzin als Opfer - ein Mann, der von FAZ bis ZEIT ganzseitig interviewt wird, BILD-Titelschlagzeilen sammelt, bei JAUCH eingeladen wird, mit Thesen, die wenn sie von Hans-Otto Normalmichel verbreitet würden, nicht mal dessen engeren Familienkreis scheren würden, dessen erstes Buch sogar bei uns im Bloch-Zentrum auf vier Sitzungen diskutiert wurde. Er hat alle Publicity des Landes, und alle, die dem Geschwurbe nicht zustimmen, sind natürlich linke Extremisten. Ein tolles Demokratieverständnis, meine Herren! Man würde sich freuen, wenn die wesentlich fundamentaleren Thesen eines David Graeber, der wirklich Neues zu sagen hat, ein zehntel der Aufmerksamkeit bekämen.
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