Deutschland haftet für den ESM mit 27 %, und wenn andere ausfallen, für noch mehr. Es ist sicher, dass andere Staaten ausfallen. Ein Zahlungsausfall Griechenlands ist verkraftbar. Aber es ist wichtig, dass die Fehlanreize gestoppt werden.
Sarazzin ist nicht für einen sofortigen Ausstieg aus dem Euro. Fast alle großen Konflikte zwischen in Europa brachen zwischen Deutschland und Frankreich aus. Politisch ist es wichtig, dass der Zusammenhalt bleibt. Aber man darf nicht unbegrenzte wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen. Können die Franzosen unsere Art zu wirtschaften ertragen? Die Wahl Hollandes zeigt, dass sie dem deutschen Weg nicht folgen wollen.
Weil der Euro als deutsche Dominanz empfunden wird, gibt es ein Problem. Die Bundesbank hatte eine währungspolitische Führung, was aber dem Franc gut getan hat. Die D-Mark-Fremdherrschaft wurde abgeschafft, aber sie müssen die Fremdherrschaft eines Stabilitätspaktes in Kauf nehmen. Die Franzosen empfinden noch mehr deutsche Fremdbestimmung. Aber demographisch werden die Franzosen aufholen und können Deutschland gelassener sehen.
Sarazzin glaubt, dass erstens Griechenland aus dem Euroraum rausgeht. Zweitens vermutet er, dass an der Nahtstelle zwischen Deutschland und Frankreich im Umfeld des Euro eine Dauerreibungsfläche bleiben wird. Innerhalb der nächsten zehn Jahre kann diese aufreißen.
Sarazzin ist nicht polemisch, nicht nationalistisch, sondern nüchtern und vernünftig. Die Empörer müssen sich wieder einmal schämen.