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Archiv der Einträge: 03 Mai, 2012
  • DDR: Zur Plansollerfüllung wurden Zwangsarbeiter benötigt

    In einem hochinteressanten Interview verweist ein Politologe namens Steffen Alisch darauf, dass auch die "guten" Sozialisten auf Zwangsarbeiter zur Plansollerfüllung zurückgriffen. Eigentlich reservieren Gutmenschen das Zwangarbeitertum nur für Rassisten und "Rechte".
    Im D-Radio Kultur online heißt es:
    Viele West-Firmen wie Ikea ließen im Billiglohnland DDR produzieren - und "wenn sie sich interessiert hätten, dann hätten sie auch feststellen können, dass oft Häftlinge diese Arbeiten getan haben", sagt der Politologe Steffen Alisch. Er fordert einen offeneren Umgang mit der Zwangsarbeit in der DDR.
    Im Interview sagt er:

    ...Das Problem war eigentlich, glaube ich, dass die Firmen im Westen zwar wussten, dass es ein Billiglohnland ist, aber sich für die genauen Bedingungen eher weniger interessiert haben. Also wenn sie sich interessiert hätten, dann hätten sie auch feststellen können, dass oft Häftlinge diese Arbeiten getan haben, weil es war in der DDR so, dass Häftlinge für die gefährlichsten, schmutzigsten Arbeiten eingesetzt wurden und auch ein wichtiger Faktor waren in den Betrieben, flexibel waren. In der DDR gab es eigentlich einen Arbeitskräftemangel, und ein Arbeiter war nicht ohne Weiteres zu bewegen, seinen Job zu wechseln. Häftlinge mussten das tun, also wenn Häftlinge eingesetzt wurden, dann war das eine Pflicht, und sie konnten sich dem nicht entziehen.

    Natürlich fragten die "Kapitalisten" nicht nach. Aber war es vorstellbar, dass die "guten" Sozialisten auf dem Weg zum "neuen Menschen" Zwangsarbeiter einsetzen würden???

    Das ganze Interview finden Sie hier

  • 11 Punkte, wann man in Deutschland rechtsradikal genannt werden kann

    Die deutsche Biedermann-Mentalität kleidet sich ins Gewand des moralisch Besseren. Henryk Broder karikiert das deutsche "Wir haben aus der Geschichte gelernt". Nur der gute Deutsche ist gegen AKWs, der Rest der Welt ist böse. Der alte SS-Gardeoffizier ist zum guten Antifa-Schläger geworden. Eine biblische Umkehr steckt nicht dahinter, sondern der eigene Nutzen. Mit der Schuldindustrie lässt sich viel verdienen.
    Rechtsradikal ist ein Deutscher:
    Punkt null: Wenn ich für Israel eintrete, dann bin ich rechtsradikal. Die Juden vollziehen ja an den Palästinensern, was die Deutschen an den Juden vollzogen haben!
    1. Der sich weigert, die Wurzeln des islamistischen Terrors in sozialer Benachteiligung zu lokalisieren
    2. Rechtsradikal ist, wer bei schweren Straftaten von Ausländern die Abschiebung fordert
    3. Rechtsradikal ist, wer ein genuin deutsches Interesse in der Außenpolitik auch gegenüber der EU vertritt und die Euro-Rettungsschirme kritisiert
    4. Rechtsradikal ist, wer das Menschen- und Frauenbild der Mohammedaner kritisiert
    5. Rechtsradikal ist, wer im Strafrecht auch einen Opferschutz fordert und nicht immer nur die Herkunft des Täters als milderndes Motiv anerkannt wissen will
    6. Rechtsradikal ist, wer eine Leitkultur fordert und eine zugewanderte Kultur nicht per se als gleichwertig akzeptiert und einen Wertewettbewerb nicht annehmen will
    7. Rechtsradikal ist, wer die Herkunft von Straftätern nennt, sofern sie aus dem Ausland kommen, während in der Regel extra auf "der 21-Jährige Deutsche" geradezu mit Wollust hingewiesen wird.
    8. Rechtsradikal ist, wer den "Propheten" einer primitiven, kritikunfähigen "Religion" karikiert
    9. Rechtsradikal ist, wer nicht glaubt, dass auch andere Völker Genozide begangen haben, auch wenn der deutsche Genozid in seiner Durchführung und Barbarei einzigartig war.
    10. Rechtsradikal ist, wer die Palästinenser nicht nur als Opfer, sondern auch als Täter ansieht.
    Die Nazi-Keule wirkt immer noch. Dennoch, man darf sich von egomanischen Gutmenschen, die ihr Gewissen mit Floskeln statt Taten der Buße erleichtern wollen, nicht mundtot machen lassen. Man verdient gut mit dem Betroffenheitsexzess.
    Es hat heute als mutig zu gelten, sich als Israel-Sympathisant zu outen. In deutschen Bahnhofsvierteln sollte man schon gar nicht mit jüdischen Symbolen herumlaufen. Kein gutes Zeichen!

  • Meinungsfreiheit kann es nicht geben

    Normativ kann ich mit Poststrukturalisten nicht übereinstimmen. Denn ihr Beharren auf dem exklusiven sozialen Bezug des Menschen - der Mensch konstituiert sich rein durch Sprache - reißt ihn aus sämtlichen organischen Bezügen heraus. Nicht Deutschland hat ein "Rassismus-Problem", sondern die ganze Welt. Denn ca. 5/7 der Weltbevölkerung streben, so einige Ethnologen, nach "blutsnahen" Selbstorganisationsformen, die per sé keineswegs Ausgrenzung und Imperialismus bedeuten müssen. Poststrukturalisten reduzieren den Menschen auf ein sprachliches Wesen. Mit Sprache kann ich dann jedoch manipulieren, Strukturen von gut und böse definieren und den Diskurs mit Macht beeinflussen. Meinungsfreiheit wird, da ist Foucault fast vorbehaltlos zuzustimmen, zu einem bloßen Schema, einem Formalismus. Meinungsfreiheit wird von allen beansprucht und von niemandem wirklich eingehalten. Es geht um einen Kampf, um die Diskurshoheit. Und die haben sich die "Toleranten", "Anti-Diskriminierer" etc. zu einem billigen Preis erarbeitet. Denn was ist einfacher, unangenehme Wahrheiten einfach auszublenden und einem Staat aufzubürdende moralische Postulate moralistisch zu vertreten? Die, die hehren sozialen Ziele formulieren, zahlen meist keine oder nur wenig Steuern. Der Meinungsmarkt gehört dem Gutmenschen, der in Nietzsches Sinne die Starken durch Appell ans schlechte Gewissen entwaffnen will. Gegen diese "Nazi-Keule", diesen moralistischen Dampfhammer, kommen Leute kaum an. Man sieht das an dem blamablen Räumen von Positionen durch ehemals "Konservative", die in einem heillosen Konformismus den einzigen Weg durch den Ungeist des Meinungskonformismus sehen. Meinungsfreiheit, ein Wunsch, wenig Wirklichkeit...

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