In einem hochinteressanten Interview verweist ein Politologe namens Steffen Alisch darauf, dass auch die "guten" Sozialisten auf Zwangsarbeiter zur Plansollerfüllung zurückgriffen. Eigentlich reservieren Gutmenschen das Zwangarbeitertum nur für Rassisten und "Rechte".
Im D-Radio Kultur online heißt es:
Viele West-Firmen wie Ikea ließen im Billiglohnland DDR produzieren - und "wenn sie sich interessiert hätten, dann hätten sie auch feststellen können, dass oft Häftlinge diese Arbeiten getan haben", sagt der Politologe Steffen Alisch. Er fordert einen offeneren Umgang mit der Zwangsarbeit in der DDR.
Im Interview sagt er:
...Das Problem war eigentlich, glaube ich, dass die Firmen im Westen zwar wussten, dass es ein Billiglohnland ist, aber sich für die genauen Bedingungen eher weniger interessiert haben. Also wenn sie sich interessiert hätten, dann hätten sie auch feststellen können, dass oft Häftlinge diese Arbeiten getan haben, weil es war in der DDR so, dass Häftlinge für die gefährlichsten, schmutzigsten Arbeiten eingesetzt wurden und auch ein wichtiger Faktor waren in den Betrieben, flexibel waren. In der DDR gab es eigentlich einen Arbeitskräftemangel, und ein Arbeiter war nicht ohne Weiteres zu bewegen, seinen Job zu wechseln. Häftlinge mussten das tun, also wenn Häftlinge eingesetzt wurden, dann war das eine Pflicht, und sie konnten sich dem nicht entziehen.
Natürlich fragten die "Kapitalisten" nicht nach. Aber war es vorstellbar, dass die "guten" Sozialisten auf dem Weg zum "neuen Menschen" Zwangsarbeiter einsetzen würden???
Das ganze Interview finden Sie hier