Es gibt zahlreiche Christen gerade aus dem evangelischen Lager, die im Monotheismus die selben Wurzeln und Werte diagnostizieren. Deshalb seien Judentum, Christentum und Islam fast dasselbe, nur in unterschiedlichen kulturellen Ausprägungen. Diese vom Kulturrelativismus der Ahnungslosen befeuerte Gutmenschen-Ausgleich wird den Realitäten nicht gerecht. Denn selbst wenn man die Werte der Religionen an einem sparsamen Menschenrechtsbegriff spiegelt, so ergeben sich gravierende Wertdifferenzen. Noch weit stärker: Während im Judentum das Gesetz und dessen Überwindung, die Fehlerhaftigkeit der menschlichen Natur und die Prophetie der Veränderung verkündet werden, da geht es im Christentum um individuelle Befreiung durch Selbstreflexion, durch individuellen Rekurs auf Gnade, auf eine Beziehung zwischen Geschöpf und Schöpfer. Der Gott der Mohammedaner verbietet Eigenentwicklung und fordert mechanische Unterwerfung unter eine Gesetzesidee. Damit wird den menschlichen Vertetern Tür und Tor für Machtmissbrauch geöffnet. Den gab es auch im Christentum. Doch im Islam ist Unterwerfung und Einhaltung, nicht bewusstes Denken und Handeln gefragt. Die Realität islamischer Gesellschaften zeigt, wie wenig diese Religion zum Leben in einer modernen Gesellschaft beitragen kann.