Heribert Prantl empört sich hysterisch. Die Ausländerfeindlichkeit in der Geistesgrundlage macht ihm Angst. Er fordert einen anderen Verfassungsschutz. Vielleicht eine Art Stasi? Warum ist die Zivilcourage nicht vorhanden? Die LKAs haben ihre Kompetenzen behalten, weil man von "normalen Verbrechen" ausging.
Baring glaubt nicht, dass die Erregung in dieser Form gerechtfertigt ist. Er relativiert die Verbrechen nicht, aber glaubt nicht, dass Deutschland voller Nazis steckt. Er sieht eine kleine Gefahr. Prantl wirft Baring und den Sicherheitsbehörden eine Bagatellisierung vor. Bosbach sieht eine terroristisch-rassistische Vereinigung am Werk.
Für Baring ist die Unterstellung, dass Linksradikalismus weniger gefährlich ist als der Rechtsradikalismus, falsch.
Prantl meint, dass der Rechtsradikalismus virulent ist und Gewalttaten ausübt.
Der Vorwurf, der Staat sei auf dem rechten Auge blind, widerspricht Bosbach, obwohl ihm die Fehlerkaskade missfällt.
Prantl moniert, dass man die Strukturen hinter Taten nicht aufgedeckt hat. Baring macht die Feigheit in der Bevölkerung und Politik Angst. Die Unfähigkeit zur öffentlichen Diskussion mit Augenmaß ist ein Problem. Prantl moralisiert, indem er die rechte Gefahr gegenüber der Eurokrise übertreibt.
Baring kritisiert den Moralismus und Alarmismus Prantls. Die kleine Gefahr wird übertrieben. Über die Abschaffung der Atomenergie, der Wehrpflicht, die Eurokrise wird gar nicht diskutiert, meint er.
Bosbach hat Recht, dass Kristina Schröder im Kampf gegen eine islamistische Zeitung nicht unterstützt werden. Und er weist darauf hin, wie viel mehr Geld für den gesellschaftlichen Kampf gegen rechts eingesetzt wurde - fünf Mal mehr.
Baring kritisiert zu Recht, dass die Ausländerproblematik, Euro etc. vom Volk entfernt wird. Den Empörismus Prantls, den Rechtsradikalismus zu verharmlosen, empfindet er als unerträglich. Richtig so. Die wahren Probleme werden hinter diesem moralismusfähigen Thema verdeckt. Baring, so ist das richtig.