Paulus sagt: Gott ist in den Schwachen mächtig. Ein Satz, der nach dem Tod Enkes durchaus neue Kraft generieren sollte. Leider wird dieser Satz von Sekten und ihren "charismatischen" Führern auf Schlimmste missbraucht. Wort und Geist macht die Schwachen noch schwächer, könnte man sagen, aber das gilt für viele Sekten. Diese helfen ihren Mitgliedern nicht, das Leben zu bewältigen, sondern vor dem Leben zu fliehen und in schlimme Abhängigkeiten zu geraten. Wer Heilungen verspricht, ist ein Scharlatan, vor allem, wenn es sich nur um "nicht-beweisbare" Heilungen handelt. Religion hat eine Kraft und ein Versprechen in einer immer konfuseren Welt, wo durch Scheinversprechungen im Internet lauter "Gewinner" ausgerufen werden. Aber noch größer sind die Verlierer, die diesen "Gewinnern" im religiösen Bereich folgen...
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Klaus Steilmann - "der Boss" ist von uns gegangen
@ 2009-11-20 – 17:44:58
Klaus Steilmann, Familienunternehmer und klassischer Patriarch, galt als Legende der Wirtschaftswunderzeit und hatte seine nach ihm benannte Textilfabrik zu Europas größtem Bekleidungskonzern ausgebaut. Steilmann, der bis zum bitteren Ende seine Produktion in Deutschland beließ, war lange Jahre lang Präsident und Aufsichtsratschef der SG Wattenscheid 09, die er in die 1. Fußball-Bundesliga führte.
Sein oberstes Prinzip für sein Unternehmen lautete: "Mode für Millionen, nicht für Millionäre". Anders als die Konkurrenz verzichtete Steilmann auf eine eigene Modemarke. Er produzierte für Handelsketten wie C&A verschiedene Produkte.
Auch in der ersten Liga blieb der Mann bescheiden. Ich war selber beim ersten Bundesliga-Heimspiel in der Lohrheide, wo die SG mit Tschiskale und Sammy Sane und Koitka Werder Bremen mit Klaus Allofs und Wynton Rufer schlug. Es waren aber die besten Bratwürste der Liga...
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Impfung gegen Schweinegrippe? Lieber eher nicht...
@ 2009-11-20 – 17:00:02
Die Schweinegrippe hat einige Todesopfer gefordert. Nur zweifle ich daran, dass diese Grippe wirklich kausal die Lethalität bei Patienten bewirkt hat. Unabhängig davon aber ist der Impfstoff wirklich noch nicht ausgegoren. Allein in München gab es in den letzten Wochen sechs Fälle von epileptischen Anfällen nach Impfungen bei Patienten ohne Vorgeschichte in dieser Hinsicht. Es ist also besser, das so durchzustehen, wenn überhaupt. Händewaschen, Lüften, Vitamine... es gibt klassische Abwehrmethoden. Gehört zu keiner Risikogruppe, sollte man nicht den Teufel stärker machen als es Beelzebul schon ist...
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Die EU und ihre Pöstchen - Provinzialität bleibt
@ 2009-11-20 – 09:02:42
Erst der große Wind um den Vertrag von Lissabon, dann wieder eine diplomatische Nuulllösung: Der
belgische Ministerpräsident Herman Van Rompuy wird EU-Ratspräsident und die britische Handelskommissarin Catherine Ashton wird "EU-Außenministerin". Dies ist das Eingeständnis, dass Herr Sarkozy, Frau Merkel & Co. keine Macht an die EU abgeben wollen und werden. Sie werden im Fokus der internationalen Presse auf großen weltpolitischen Ereignissen stehen, nicht die politischen Leichtgewichte. Für Rompuy spricht wenigstens, dass er christliche Werte vertritt und gegen eine Beitritt der Türkei in die EU ist.
Die EU handelt weiter nicht nach Kompetenz, sondern nach Regional- und Parteiproporz. Damit erinnert die Wahl an den Wahl eines Kassenwarts in einem Kreisliga-Verein... -
Studentenstreik: Das anti-revolutionäre Zeitalter
@ 2009-11-19 – 13:28:03
Alt-68er zählen heute oft mit zu den größten Abzockern und zu den schichtensensibelsten Gesellschaftsmitgliedern (Heinz Bude). Viele ihrer Kinder sind jetzt an der Uni, doch sie sind alles andere als Revolutionäre. Sie kämpfen nicht um eine andere Welt, sondern um bessere Bedingungen, um in einer immer zynischeren, leistungsorientierten Welt besser mithalten zu können. Auch wenn ich viele der Werte der 68er nicht geteilt habe, ihren revolutionären Charm habe ich schon bewundert. Die jetzigen Studenten haben mehr ANGST, ANGST vor sozialem Abstieg, nicht Angst davor, in eine zerfallene Gesellschaft hinein sozialisiert zu werden. Das reicht aber nicht. Einzelne Umweltinitiativen, spezifische Interessen, die kaum aggregiert werden können - das ist zu wenig. Wir brauchen eine neue APO, die qualitatives Wachstum auch normativ einfordert und nicht die Welle des quantitativen Wachstums weiter mitschwimmt. Die jetzigen Studenten kämpfen für SICH, nicht für eine andere Welt. Das macht ihre Bewegung so schwach...
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Wider die Verbeamtung von Lehrern
@ 2009-11-19 – 08:02:30
Die Bildungskatastrophe beginnt bereits vor der Stufe der Universitäten. Sie beginnt bei der Ausbildung von Lehrern. Der Anreiz, Lehrer zu werden, ist meist falsch, fehlalloziiert. Denn wer will Lehrer werden? Menschen, die Sicherheit in der Verbeamtung suchen und die oft, nicht immer, sehr berechenbar leben wollen.
Der Lehrer hat sein zweujähriges Referendariat zu bestreiten, danach ist er frei. Das heißt, es gibt kaum Qualitätskontrollen. Dies führt dazu, dass Lehrer kaum motiviert werden, ihren Lernstoff zu optimieren. Dies hat die Folge, dass in Deutschland Abiturienten weniger gelernt haben als in Ländern mit anderen Anreizstrukturen. Der Druck wurde jetzt auf die Bachelor- und master-Studiengänge verlagert. Das Ergebnis sieht man... -
Wettbewerb in der Luftfahrt
@ 2009-11-18 – 12:13:11
Die Lufthansa soll zum Billigflieger werden. Kaum vorstellbar! Aber es gibt doch einige Möglichkeiten, an der Kostenschraube zu drehen. Die Homogenisierung von Flugzeugtypen - Germanwings hat nur Airbus A 319 - auf bestimmten Strecken wäre eine solche Errungenschaft. Auch die bessere Bestuhlung von Flugzeugtypen ist ein Weg, ohne dass dort Ölsardinen heraus kommen müssen. Aber die Marke Lufthansa darf nicht dahin kommen, Getränke gegen Barzahlung zu verticken. Bei langen Strecken zahlt man aufgrund besserer Sicherheit und Logistik doch bei Lufthansa ein paar Euro mehr. Der gelbe Kranich steht für etwas Besonderes, das sollte auch so bleiben...
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Bildungspolitik: Weg mit den Unzumutbarkeiten
@ 2009-11-18 – 08:29:09
Die Lage an den deutschen Schulen und Universitäten ist desaströs. Sich bedingungslos an die ökonomischen Zwänge der Globalisierung anzupassen war falsch genauso wie der Versuch, ALLE Lasten einseitig den Studenten aufzuerlegen. Diese haben kaum Räume, wenig technische Ausstattung, zu wenig und oft kaum bezahltes Lehrpersonal. Man spricht deshalb auch vom Bulimie-Lernen.
Deutsche Bildung zeichnete sich seit Humboldt durch Breite und Tiefe aus. Die heutige Politik sieht diese Qualitäten als Wettbewerbsnachteil aus und versucht, durch Crashkurse Menschen für den internationalen Arbeitsmarkt tauglich zu machen. Aber man verkennt, dass das Studium nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch Persönlichkeitsentwicklung bewirken soll. Darauf scheint man zu verzichten... -
Audimaxismus - europäischer Studentenstreik
@ 2009-11-17 – 18:20:09
CDU-Bildungsministerin Schavan gerät mehr und mehr unter Druck. Sie will jetzt doch die Ausbildungsförderung BAföG erhöhen, und auch Nachbesserungen bei der Umsetzung der umstrittenen Bologna-Studienarchitektur werden angedacht. Hintergrund: Seit einer Woche streiken Studenten an deutschen (und österreichischen) Universitäten und wenden sich gegen eine reine Ökonomisierung des Studiums und die Verschulung der Fakultäten durch oberflächliche Master- und Bachelor-Studiengänge. Ich selber kann von der Unterfinanzierung der Fakultäten ein Lied singen, nachdem ich einige Jahre ohne Entgelt gelehrt habe. Es ist ein Skandal, dass ein Land ohne Rohstoffe die Humanressourcen kaum weiter entwickelt. Uni-Gebäude verfallen wie Bundeswehrkasernen. Wo geht das Geld eigentlich hin? Der Münchner Audimax wird seit einigen Tagen besetzt gehalten. Es muss etwas passieren. Studenten dürfen nicht zu reinen Rädchen eines zynischen Räderwerks ausgebildet werden, sondern zu mündigen Entscheidungsträgern.
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Hungerkatastrophen - keine Lösungen auf dem Welternährungsgipfel
@ 2009-11-17 – 09:11:15
Es geht beim Hungerproblem nicht um fehlende Nahrungsproduktion. Es geht um die Verteilung von Ressourcen und die Öffnung von Märkten. LCDs (früher Entwicklungsländer) haben nur eine agrarische Basis, die gestärkt werden muss, indem diese Länder vernünftige Preise auf dem Weltmarkt erzielen, um wiederum Maschinen zur Produktivitätssteigerung kaufen zu können. Doch zu echten Öffnungsmaßnahmen und fairem Wettbewerb sind die Staaten nicht bereit. Zu stark sind in der EU und in den USA die Agrar-Lobbies. Ein trauriges Kapitel, dass durch gelegentliche Almosen nicht besser wird...